Die Kennelbacher Türschildaffäre

Heute läuft das Ultimatum gegen ihn ab. Wird Samuel im Morgengrauen zur Tat schreiten? Wird er tun, wozu er gezwungen werden soll? Samuel tritt vor seine Tür. Langsam wandert sein Blick an eine Stelle, die golden im Morgenlicht glänzt – zum Objekt, das so viele Begierden weckt. Wird er darum kämpfen?

Vor zwei Jahren noch war Samuel ein Trennungsvater, der sich glimpflich davongekommen wähnte. Samuel bleibt im Haus, aus dem Sandra ausgezogen ist, und seine Kinder können jederzeit und oft vorbeikommen. Samuel bleibt der Vater, der alltäglich für die Kinder da sein kann, der sie zu Schule oder Sport fährt, und der ihnen dasselbe Zuhause wie die Mutter bietet.

Doch plötzlich ist das Einfache, Selbstverständliche und Zwanglose vorbei. Plötzlich soll Samuel seine Kinder nur mehr so selten sehen wie die meisten Väter, plötzlich soll das Alltägliche mit den Kindern enden. Warum?

Samuel sieht nur einen Zusammenhang für die plötzliche Kehrtwende, die er an Sandra beschreibt: Er hat eine neue Frau kennen und lieben gelernt.

Wenn es so ist, wie er uns versichert, dann war es doch Sandra, welche die Trennung wollte. Warum interessiert sie sich dann überhaupt für seine Beziehung?

Den Männerservice überrascht das nicht. Sehr oft eskaliert die Lage von Trennungseltern, weil der Mann es wagt, sich neu zu verlieben. Ob dies in Samuels Fall der Grund dafür war, dass er plötzlich seine Kinder weniger sehen soll, oder ob andere Gründe dahinter stehen: Für diese Affäre hier lassen wir es beiseite.

Samuel braucht jedenfalls ein Kontaktrecht, und im Januar hält er den Beschluss in den Händen: Mehr als zweiwöchiges Kontaktrecht war nicht erreichen, doch wenigstens genau so, wie wir es empfehlen: Auf ungerade Kalenderwochenenden bezogen, nicht bloß auf „jedes zweite“ – schon das kann ansonsten zu Konflikten führen und undurchsetzbar sein.

Wie bereits geschrieben: Die Kinder fühlen sich bei Samuel zu Hause. Natürlich hat Samuel den Nachnamen „Berger“ auf dem Türschild gelassen, nicht, weil Sandra noch bei ihm wohnt, aber selbstverständlich, weil sich seine Kinder bei ihm zu Hause fühlen sollen.

Manche Menschen schieben gerne für unangenehme Arbeiten andere vor. Im Familienrecht ist es oft ein Anwalt, der tun soll, was Ihnen und uns wohl niemals selbst in den Sinn käme. Sandras Anwalt, wie wir bereits aus Samuels bisherigen Unterlagen wissen, ist der von uns als politischer Ansprechpartner der Vorarlberger ÖVP durchaus geschätzte Landtagsabgeordnete Mag. Matthias Kucera.

Am 3. April schreibt er in Sandras Vertretung das Ultimatum: Samuel hat etwas Unerlaubtes getan. Bis 10. April hat er nun Zeit, sonst wird er geklagt. Was hat Samuel denn nun Verbotenes getan?

Er hat doch tatsächlich den Nachnamen der Kinder auf dem Türschild stehen! Das stört Sandra. Der Anwalt meint, es sei widerrechtlich, Sandras Nachnamen auf der Tür zu führen. Doch, echt jetzt: Glaubt sie wirklich, dass er den Namen wegen ihr, Sandra, auf der Tür belässt? Wir erlauben uns öffentlich die Aussage: Wir finden es naheliegend, dass der Nachname den Kindern gilt, und wenn es noch so, wie der Anwalt möglicherweise sachlich korrekt unfreiwillig einen politischen Skandal beschreibt, zivilrechtlich nicht zulässig sein soll.

Wenn diese naheliegende Vermutung zutrifft, stellen wir uns wieder einmal die Frage: Wo leben wir denn? Darf ein Vater nicht einmal die Nachnamen seiner Kinder auf dem Türschild belassen? Darf es sein, dass er sich wegen solcher, wie nennen wir das jetzt, klagen lassen soll?

Wir können uns gut vorstellen, dass einem Anwalt von seiner Mandantin alles Mögliche erzählt wird, doch für solche Klagen, schlagen wir höflichst vor, würden wir an der Stelle eines Anwalts nicht bereit stehen. Wir nehmen mit dem Anwalt Kontakt auf, nicht, um für Samuel zu sprechen, doch ein Meinungsaustausch zwischen politisch aktiven und engagierten Menschen darf darüber geführt werden, was in unserem Land rechtens ist oder sein sollte.

Eine Frage, welche sicher die Weltgeschichte währenddessen nicht bewegen wird, ist, wofür sich Samuel entscheiden wird: Was geschieht mit dem Türschild?


Männerservice-Report #105, veröffentlicht am 26. Juni 2018

Betroffene
Vater: Samuel Kresser*
Kinder: Nadja und Michael Berger*, Schulalter

In der Verantwortung
Sandra Berger*, Mutter der Kinder
Vorarlberger Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter
österreichisches Familienrecht, verantwortet von der österreichischen Politik

Ort und Zeitraum:
Kennelbach, 10. April 2018

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Ein Kommentar

  1. Wenn dasBenehmen mancher Menschen nicht nicht so traurig stimmen würde, könnte man ja über so ein Verhalten nur lschen. Ich würde ein wunderschönes neues Namensschild mit Vor- und Zunamen der Kinder anbringen. So what?