Die schlechte Optik

Der kleine Samuel* ist nur wenige Tage alt gewesen, als ihm zum ersten Mal das Leben gerettet worden ist. Heute noch hofft sein Vater, Michael*, dass sein Sohn tatsächlich keine bleibenden Schäden davon getragen hat. Was ist geschehen?

Ganz klar ist das bis heute nicht. Später jedoch, so fröstelt es Michael heute noch beim Gedanken daran, hatte seine Frau, Andrea*, ihm gegenüber eingestanden: Sie habe das Kind so fest gedrückt, dass ihm die Luft weggeblieben sei.

Die Beziehung der Mutter zu ihrem Kind sei von Anfang an schwierig gewesen. Zunehmend soll Andrea lauter, aggressiver zum Baby gewesen sein, und ihr Gefühl zu ihrem Kind klingt besorgniserregend: Sie fühlte sich geradezu schikaniert vom schreienden Kind, ja, sogar eine Absicht witterte die Mutter bei ihrem eigenen Kind, es wolle sie bewusst ärgern.

So bleibt es dem Vater, Michael, neben der Arbeit und in der Nacht für sein Kind da zu sein, nicht nur als Vater, sondern auch an Stelle der Mutter. Während so die Beziehung zwischen Vater und Kind inniger wird, meint Andrea einmal: Sie hege keine Gefühle mehr, weder für ihr Kind noch für ihren Mann.

Endgültig blanke Angst um seinen Sohn beschlich Michael, nachdem Andrea angedeutet hatte, sie könnte sich und dem Kind «etwas antun». Am Liebsten hätte dieser Vater das Haus jetzt gar nicht mehr verlassen. Während der Arbeit fühlte er sich schrecklich, von Sorgen und Ängsten geplagt.

Eine beharrliche Erkrankung Michaels vor einem Jahr schien ihm daher wie ein Glücksfall. Er war immer zu Hause und konnte für seinen Sohn da sein. Doch währenddessen, so weiß Michael nun, hatte sich Andrea im Internet auf die Suche nach Affären begeben.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich noch um Besserung ihrer Zustände bemüht gehabt, im Wissen darum, eine Belastung und sogar eine Gefahr für ihre Familie zu sein. Doch nach mehreren glücklosen Therapieversuchen hatte sich Andrea plötzlich als geheilt betrachtet, um jetzt ihrem Leben wohl einen neuen Frühling geben zu wollen.

Zu diesem aufgesetzten «Aufblühen» gehörte für Andrea die sorgfältige Planung der Trennung und Scheidung. Anwältinnen wie Dorothea Zanker* helfen sehr gerne und ebenso bemüht dabei, ohne Wissen des Mannes ein Leben der Frau auf Kosten dieses Unwissenden zu planen, und letztlich ebenso auf Kosten des Kindes.

So steht Michael vor einer bestens vorbereiteten Scheidungsklage und liest reihenweise heruntergebetete Anschuldigungen, die völlig haltlos sein mögen. Plötzlich soll der Vater derjenige sein, welcher das Kind gefährde.

Seit einem Monat sieht Samuel seinen Vater daher überhaupt nicht mehr.

Einmal mehr stellt sich diese Republik blind auf Seiten einer Mutter, und wenn das Kind möglicherweise auch noch so gefährdet sein könnte. Warum? Weil entsprechend den Vorurteilen der Amtsträger einer Mutter grundsätzlich alles geglaubt, einem Vater jedoch alles zugetraut wird.

Michael will Hilfe holen. Was er stattdessen bekommt, sind vielsagende Ratschläge. Die Jugendwohlfahrt, ebenso wie ein von der öffentlichen Hand finanzierter Männernotruf, raten ihm dringend, nur ja nichts zu unternehmen, denn jeder Versuch, sein Kind schützen zu wollen, würde ihn selbst in eine schlechte Optik bringen.

Aus solchen Ratschlägen schließen wir, dass jeder, der einem Vater in dieser Lage zu helfen vorgibt, in Wirklichkeit dasselbe vermutet, was wir von den Amtsträgern gerade beschrieben haben: Nämlich, dass Michael möglicherweise lüge und in Wahrheit der Mutter zu glauben wäre.

In solchen Fällen empfehlen wir daher, jede «schlechte Optik» einfach in Kauf zu nehmen. Diese gibt der Mann ohnehin ab, egal wie er handelt. Daher legt er besser energisch und nachweislich die Sachlage auf den Tisch und bemüht sich darum, jedem Amtsträger klipp und klar zu vermitteln, dass der nun nachweislich informiert wurde und ab jetzt selbst in der vollen Verantwortung steckt, aus der ihn Michael nicht mehr entlassen wird.


Männerservice-Report #318, veröffentlicht am 2. August 2022

Betroffene
Michael Griesser*
Sohn Samuel*, 3 Jahre

In der Verantwortung
Andrea Griesser*
Dorothea Zanker*, Scheidungsanwältin
österreichisches Familienrecht

Ort und Zeitraum:
Niederösterreich, April 2022

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