Die abgestrittenen Geschenke

125,80 Euro, rechnet uns Alfons Purin* vor: So viel bleibt ihm in schlechten Monaten zum Leben. Dabei arbeitet Alfons Purin in Vollzeitbeschäftigung, und sein Verdienst ist vernünftiger Durchschnitt.

Hat dieser Mann sich zu hohe Ausgaben aufgebürdet? Nun: Die Miete von 448,30 Euro lässt auf eine bescheidene Wohnung schließen, dann listet Alfons noch die üblichen, kleinen Posten auf: Versicherungen, Tanken für den Weg zur Arbeit, die Heizkosten. Er lebt bescheiden, und doch hat er eine monatliche Ausgabe, die den Rahmen sprengt: 840 Euro, fast das Doppelte seiner Wohnkosten, beträgt der Unterhalt, den er gezwungen ist, an die Mutter seiner Söhne, Bettina*, zu überweisen.

An dieser Stelle halten wir fest: Bettina ist nicht gezwungen, mit diesen 840 Euro das Auskommen für die Söhne zu finden. Inklusive Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag erhält sie schon 1253 Euro für die Kinder. Wenn sie nicht einen neuen Partner hätte, stünden ihr weitere Sozialleistungen zu. In diesem Fall lebt die Mutter ohnehin mit einem neuen, voll verdienenden Mann und noch einem Kind zusammen. Weder sie noch die Kinder leiden Not. Nur der Vater.

In schlechten Monaten bleibt Alfons Purin also fast nichts zum Leben. Die besseren Monate, das sind diejenigen, an denen er Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhält, doch davon bleibt ihm selbst erst wieder nichts.

Seine Kinder sind regelmäßig bei ihm. Alfons unternimmt mit seinen Söhnen viel. Er will sich nichts anmerken lassen. Er leistet sich Ausflüge mit den Kindern, schenkt ihnen sogar Alltagssachen wie Sportkleidung, und als sie für die Schule Laptops benötigen, gelingt es Alfons, einen Teil mitzufinanzieren.

Alfons ist zufrieden. Trotz allem hat er es geschafft, zu seinen Söhnen großzügig zu sein!

Doch plötzlich kommt das böse Erwachen, einmal mehr über das «MAG ELF», das Referat der Stadt Wien, das aus Vätern das Letzte herausholt. Bettina hat sich der Unterhaltsabteilung dieser Behörde bedient, und gerne rücken die Häscher für die Mutter aus.

Das Magistrat fordert Unterhaltserhöhung von Alfons, und das sogar noch rückwirkend, zur sofortigen Nachzahlung. Wie wenig ihm bleibt, das ist rechtlich «irrelevant», Alfons braucht seine prekäre Lage erst gar nicht vor Gericht oder Magistrat offenbaren, es interessiert niemanden.

Dass ein Vater rückwirkend zur Kasse gebeten wird, ist leider normal in Österreichs Unterhaltsrecht.

Für Alfons sehen wir einen Ausweg: Er kann alles, was er in der betreffenden Zeit großzügig für die Kinder ausgegeben hat, als «Naturalunterhalt» geltend machen. Somit kann er Rückforderungen abfedern oder aufheben lassen.

Doch Bettina gibt sich eine Blöße, mit der Väter in Österreich zu rechnen haben: Als Alfons seine Ausgaben für die Kinder auflistet, streitet diese Mutter alles ab, das Alfons nicht einwandfrei nachweisen kann. Also kann Alfons jetzt Zeugen für die damaligen Ausgaben suchen.

Daher empfehlen wir Vätern: Solange dieses Unterhaltsunrecht in Österreich sein Unwesen treibt, behalten Sie alle Rechnungen auf, so lächerlich dies unter normalen Bedingungen auch scheinen mag. Sonst könnte es sein, dass Sie alles, was sie den Kindern gönnen, ein zweites Mal zahlen, nämlich an deren Mutter, die jede Zuwendung des Vaters an die Kinder in Abrede stellt.


Männerservice-Report #161, veröffentlicht am 23. Juli 2019

Betroffene
Vater: Alfons Purin*
Kinder: Daniel*, 16 Jahre, und Sebastian*, 14 Jahre alt
väterliche Verwandte

In der Verantwortung
Bettina Purin*, Mutter der Kinder
Magistrat 11, Jugendwohlfahrt, in Wien-Floridsdorf
österreichisches Unterhaltsrecht

Ort und Zeitraum:
Niederösterreich, Wien, März 2019

Reply to Michael

Your email is never published nor shared. Pflichtferder sind mit * markiert

HTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Ein Kommentar

  1. Dieses Scheidungs- und Unterhaltsrecht wird so lange bestehen bleiben sollange Parteien wie ÖVP, PÖ und Grüne sowie Personen wie ein Hr. Kurz an der Macht sind welche ‚Kinder bekommen‘ durch gesetzliche Schlechterstellung, sprich Diskriminierung, ausgleichen wollen und mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten kommen !!
    Die Reports sollten eigentlich ach für alle Mütter welche Buben haben eine perfekte Entscheidungshilfe für die Nationalratswahlen darstellen.
    Es werden EURE KINDER diskriminiert !!