Zum Schluss schweigst Du doch

Mit Schwung und weit aufgerissenen Augen stürmt Peter Heimböck fast den Raum, als gerade der Männerservice stattfindet. Erst vor kurzem hat Peter von uns erfahren, und er lässt seiner Freude und Erleichterung freien Lauf, einfach darüber, dass es so eine Einrichtung wie uns und die Männerpartei gibt, einfach darüber, dass wir da sind.

Hätte er uns damals gekannt, wir hätten mit ihm gelitten und für ihn gekämpft. Das Schlimmste ist jetzt endlich vorüber, so hält sich Peter kurz, und ist an diesem Abend einfach still bei der Männerservice-Sitzung dabei. Doch persönlich überzeugt uns Peter, mit seiner ausdrucksstarken und glaubwürdigen Art kann er besonders gut die Tiefe und Unfassbarkeit dessen, das viele Väter täglich in Österreich erleben, verkörpern. Daher fällt unsere Wahl auf Peter, als wir die übliche, gewagte, emotionale und feurige Hauptrede für unsere Väterweihnacht planen – mitten unter einerseits betroffenen Vätern, doch andererseits auch normalen, nichtsahnenden Kirchenbesuchern.

Peters wuchtige Rede wirkt. Er selbst scheint befreit, dass er endlich eine Chance hat, die erstickende Decke des Schweigens zu durchbrechen, nach all den Jahren. Die Einen hören gefesselt zu und halten die Luft an, andere wiederum verlassen kommentarlos die Kirche während dieser Rede, doch wir sind überzeugt: Die Wahrheit darf gesagt und ruhig vertragen werden, auch und gerade zu Weihnachten.

Wie gut bringt Peter auf den Punkt, was immer mehr Väter allzu gut kennen: Zuerst die unermessliche Freude über das Kind, seinen Einsatz vom Füttern, Wickeln, den ersten Schritten hin, vom glückseligen Genuss des Lebens mit der jungen Familien in vollen Zügen, bis, ja, bis die ersten seltsamen Worte der Mutter fallen: Zu jung sei sie plötzlich für Familie, würde im Leben etwas versäumen, unfrei fühle sie sich plötzlich… Dunkle Wolken ziehen auf, doch Peter will diese am liebsten selbst verjagen. In alle Urlaube soll sie fahren, mit wem auch immer, wohin auch immer, von Amsterdam bis in den Süden, Peter ist ja da, Peter nimmt Urlaub, Peter macht das, Hauptsache, sie ist wieder glücklich, damit seine Tochter und er sich des Glücks wieder sicher sein können, so hofft Peter inständig.

Ist es trotz oder gerade wegen all seiner liebevollen Mühen? Auch er steht plötzlich nach der Arbeit in der leergeräumten Wohnung und lernt, was das klagende SMS, sie brauche „Abstand“, bedeutet: Er sieht sein Kind nicht. Es ist ja nur für eine Zeit, wer weiß, wie lange. Bis sie eben keinen Abstand mehr braucht. Er darf hoffen, warten und versauern, während wie aus dem Nichts ihr neuer Partner auftaucht, als ob die Sache schon lange geplant war. Nur das Kind bleibt versteckt, als ob die Mutter es für sich sichern will.

Gerade den liebevollen Vätern, welche sich besonders gut um ihre Kinder gekümmert haben, fehlen die Kinder so sehr, dass es sie schier zerreißt. Doch nicht einmal an der Tür, hinter der seine Tochter jetzt versteckt wird, darf Peter läuten. Inszenierte „Angst“ vor Peter lässt ihn kinderleicht auf Distanz halten. Schneller als in wirklichen Not- und Ernstfällen ist die Polizei da, und für einen Vater wie Peter zeigt Österreich, was es zu bieten hat: Statt Gerechtigkeit und dem Menschenrecht auf Kontakt zum eigenen Kind gibt es für den fassungslosen Peter Schlagstöcke, Pfefferspray und eine Festnahme – und die Mutter sieht durch die Gardine hämisch zu.

Doch die Liebe zu seinem Kind hat Peter nicht aufgeben lassen, als er sich in seiner 14 m2-Wohnung wiedergefunden hat, dämonisiert und natürlich mit dem Einzigen, was ihm von seiner Vaterschaft bleiben soll: Der Unterhaltspfändung. Nach jahrelangem Kampf hat er endlich Kontaktrecht zu seiner Tochter zugesprochen bekommen, gegen den erbitterten, doch allzu durchschaubaren Widerstand der Mutter.

Dass er endlich wieder seine Tochter sieht, ist ihm jetzt das höchste Gut, das er im Leben hat. Daher breitet er von selbst wieder die schon beschriebene Decke des Schweigens über sich. Wie gerne würde er für Reportagen, für die wir immer wieder nach Fallbeispielen angefragt werden, zur Verfügung zu stehen, um mit uns das Unrecht aufzuzeigen. Doch so sehr er jedes Detail beweisen kann, die Wahrheit hat Angst vor übler Rache, und der Männerservice gibt ihm aus vielfacher Erfahrung leider recht. So sehr er sachlich und seriös Fakten über jahrelanges Unrecht darlegen mag, die Mutter seines Kindes würde wieder zu verweigern beginnen, einfach, um ihn dort zu treffen, wo es am meisten schmerzt: Bei der Beziehung zu seiner über alles geliebten Tochter.

Unter anderem aus diesem Grund, liebe  Leser, hören und lesen Sie so selten über die skandalösen Geschehnisse in Österreichs Familienrecht: Wer die Wahrheit ausspricht, hat nicht nur rechtliche, sondern menschliche Konsequenzen zu fürchten, denn Behörden, Mütter und sogar zumeist die erwachsenen Kinder nehmen es den Vätern übel, wenn diese Unrecht anprangern, das andere verübt haben.

Achtung, Rentenklau! Lesen Sie, wie Politiker diesen Betroffenen mit einer zusätzlichen Ungerechtigkeit bis ins Grab belasten wollen: http://www.maennerservice.at/pensionssplitting/

Männerservice-Report #98, veröffentlicht am 8. Mai 2018

Betroffene
Vater: Peter Heimböck*
Kind: Tochter, 8 Jahre

In der Verantwortung
Tabita Heimböck*, Mutter des Kindes
Familiengericht
Polizei

Ort und Zeitraum:
Vorarlberger Oberland, seit 2011

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